Gazprom droht Europa

Essen (energate) - Gazprom-Chef Alexej Miller warnt die EU vor den Folgen ihrer Energiepolitik. "Die EU muss aufpassen, dass sie nicht nur ohne Gas, sondern auch ohne Infrastruktur dasteht", sagte Miller der "Süddeutschen Zeitung". Er nahm damit Bezug auf die Vorhaben der EU, die Energienetze für Dritte zu öffnen und den Netzbereich zu entflechten. Auch Gazprom als russisches Unternehmen würde unter diese Regulierung fallen. Damit wäre es gezwungen, seinen Wettbewerbern Zugang zu seinen Pipelines zu gewähren sowie den Netzbereich abzutrennen. Miller kritisierte zudem die Subventionspolitik in Europa. Statt immer neuer Subventionen "brauchen wir endlich wieder mehr Mut zur Marktwirtschaft", so Miller. Die europäische Energielandschaft habe sich in den letzten Jahren in einen "regelrechten Subventionsdschungel" verwandelt, der mit ökonomischer Ratio nichts mehr zu tun habe.

Miller bestätigte, dass Gazprom mit vielen Kunden über die Preisstruktur verhandele. Seiner Meinung nach gebe es aber keine Gründe für Preisnachlässe. Gas sei an den Ölpreis gekoppelt, und dieser sei in den vergangenen Jahren gestiegen. Miller hält den Gaspreis im Gegenteil für zu günstig. Er geht davon aus, das Gas in den kommenden 20 Jahren der gefragteste Energieträger sein wird. Als Nachfrager sieht er insbesondere die Schwellenländer, aber auch die Industriestaaten der pazifischen Region. Schiefergas aus den USA und Europa sieht Miller nicht als ernstzunehmende Konkurrenz für russisches Erdgas an. /sd

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