"Ein CO2-Preis würde grüne Gase wettbewerbsfähig machen."

Interview  /  Interview mit Matthias Kerner, Geschäftsführer der BMP Greengas

Das Unternehmen BMP Greengas ist seit mehr als zehn Jahren am Biomethanmarkt aktiv und vermarktet aktuell 25 Prozent des gesamten deutschen Biomethanportfolios. Das sind insgesamt etwa 2,4 Terrawattstunden. Damit beliefert das Unternehmen rund 250 Kunden. Im e|m|w-Interview verriet Geschäftsführer Matthias Kerner, wie BHKW künftig auch ohne EEG-Förderung wirtschaftlich betrieben werden können und in welchen Bereichen Biomethan künftig punkten kann.

e|m|w: Wie funktioniert das Geschäftsmodell von BMP?

Matthias Kerner: Unser Kerngeschäft ist die Vermarktung von Biomethan, seit über zehn Jahren sind wir Partner für den Transport, die Bilanzierung und Lieferung von grünen Gasen. Wir konzentrieren uns dabei ausschließlich auf die Vermarktung von Biomethan, das umfasst auch das Portfolio- und Bilanzkreismanagement. An Produktions- und Aufbereitungsanlagen beteiligen wir uns nicht mehr. Stattdessen haben wir etwa 60 Lieferverträge, davon einen großen Anteil mit Anlagenbetreibern, die uns direkt und langfristig beliefern. Wir kaufen aber auch größere Mengen an virtuellen Handelspunktenhinzu. Durch unser großes Portfolio sichern wir zudem auf Produktions- und Abnehmerseite das Risiko mit ab. Denn die Biomethananlagen speisen 24/7 ein, die Abnahme schwankt hingegen analog zu den entsprechenden Lastgangprofilen. Mit Biomethan gespeiste Blockheizkraftwerke (BHKW) laufen zum Beispiel wetterbedingt unterschiedlich intensiv. Wir übernehmen das Risikomanagement dazwischen. Die Anlagenbetreiber können ihre Mengen ohne Vermarktungs- und Abnahmerisiken verkaufen und die Kunden sichern sich langfristig stabile Preise.

e|m|w: Wer sind Ihre Kunden?

Matthias Kerner: Ein Großteil unserer Kunden sind Stadtwerke oder Energieversorger, die beispielsweise ein oder mehrere BHKW betreiben und mit dem Biomethan EEG-Strom und grüne Wärme erzeugen. Die EEG-Förderung wird nun sukzessive zurückgefahren, deshalb gehen wir davon aus, dass in den nächsten Jahren nur noch wenige BHKW ans Netz gehen werden. Durch die fehlende Förderung muss man sich Gedanken darüber machen, wie man ein BHKW in ein intelligentes Wärmekonzept einbindet, damit der Einsatz überhaupt wirtschaftlich ist. Wir beraten unsere Kunden deshalb auch, wie man die BHKW mit Biomethan statt mit Erdgas betreiben kann, ohne dass sich dieses negativ auf die Wirtschaftlichkeit auswirkt...

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