Auf ein spannendes 2019!

Standpunkt  /  Christian Seelos, energate-Redaktion, Berlin

2019 dürfte für den Klimaschutz - mal wieder - ein entscheidendes Jahr werden. Was angesichts des immer höheren Handlungsdrucks ohnehin für jedes Jahr gilt, gilt für die Bundesrepublik im kommenden Jahr insbesondere. Zum einen wird die Kohlekommission in wenigen Wochen ihren Zukunftsplan für die weitere Kohleverstromung in Deutschland vorlegen. Die Bundesregierung will diesen dann - sofern sie weiter Bestand hat - in ein gesetzliches Maßnahmenpaket überführen. Die Europawahl und die Wahlen in den drei heiklen Bundesländern Sachsen, Thüringen und Brandenburg dürften für den Fortbestand der aktuellen Koalition im Bund aber ernstzunehmende Hürden sein - und damit auch für die Umsetzung des von ihr geplanten Kohleausstiegs. Das Ja zum Klimaschutz ist ohnehin keine Selbstverständlichkeit (mehr). Die Politik scheut sich, den Bürgern weitere Kosten für die Energiewende zuzumuten. Eine Initiative zu einer umfassenden CO2-Bepreisung ist aktuell nicht zu erwarten und auch die Wirtschaft zieht ihre Ambitionen mancherorts zurück. Beispiel Vonovia: Der größte private Wohnungsvermieter in Deutschland dampft seine Pläne zur energetischen Gebäudemodernisierung ein. Zu laut sei der Protest der Menschen vor Ort, so das Unternehmen, das seinen Mietern teilweise aber auch saftige Mieterhöhungen bescherte. Bislang tragen die Bewohner die Kosten der Sanierungen meist allein. Künftig könnten die Gebäude als aktive Teilnehmer im Energiemarkt aber auch eigene Erlöse erzielen, wie die Autoren unseres aktuellen Themenschwerpunkts aufzeigen. Während die Wärmewende im Spannungsverhältnis zwischen energetischer Sanierung und hohen Mietkosten stockt und der Stromsektor trotz Erneuerbarenausbaus weiterhin am Tropf der Kohle hängt, stottert der Motor der Verkehrswende weiter im Takt des Dieselmotors. Die hiesige Autoindustrie verzehrt ihre Kräfte für die Rettung des Diesels - und im Kampf gegen die Deutsche Umwelthilfe. Derweil fährt ihr die ausländische Konkurrenz mit sauberen Motoren immer weiter davon. Eine Modelloffensive von VW, BMW & Daimler ist angekündigt. Wir sind gespannt mit welchem Elan diese im neuen Jahr, für das wir all unseren Lesern das Beste wünschen, vorfährt.

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