Wärmewende mit Energie aus Abwasser

Die unsichtbare "low hanging fruit"
Erzeugung & Infrastruktur  /  Von Stephan von Bothmer, Management, Uhrig Energie GmbH

Etwa 5 bis 14 Prozent des Wärmebedarfs in Gebäuden in Deutschland lässt sich mit Energie aus Abwasser decken. Beste Bedingungen bietet Abwasser als Wärmepumpenquelle in urbanen Räumen. Viele Menschen bedeuten viel Abwasser bei gleichzeitig hohem Energiebedarf. Angebot und Nachfrage passen sehr gut zusammen. Dazu findet die Gewinnung unterirdisch und unsichtbar statt. Warum ist Energie aus Abwasser also noch nicht breiter im Einsatz?

Bei der anstehenden Energiewende im Wärmemarkt muss zwischen zwei Spielfeldern unterschieden werden: dem ländlichen Raum auf der einen Seite und dem städtischen Raum auf der anderen Seite. Insbesondere in Städten gilt: Es gibt wenig Platz für die Erzeugung von erneuerbarer Wärme, und mit dem Fernwärmemonopol besteht ein besonders großes Wettbewerbshindernis. Tendenziell sind innovative Wärme- und Kältekonzepte daher eher in ländlichen Gebieten zu finden, wo die Fernwärme weniger präsent ist und wo mehr Platz für die Erzeugung von erneuerbarer Wärme besteht. Abwasser als Energiequelle könnte künftig einen erheblichen Beitrag dazu leisten, dass auch Städte und Ballungsgebiete mehr erneuerbare Wärme erzeugen können...

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