Standpunkt Christian Seelos, Chefredakteur energate

Ohne Daten geht es nicht

Künstliche Intelligenz - wieder so ein Buzzword, wieder so ein Hype? Wenn man die Einstellung der deutschen Wirtschaft dazu verfolgt eher nicht. In einer Umfrage des IT-Verbandes Bitkom sagten jüngst mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen, dass sie KI für die wichtigste Zukunftstechnologie halten. Nur noch rund ein Viertel der Befragten sieht darin einen überschätzten Hype. Zugleich setzen immer mehr Unternehmen auf den Einsatz von KI - auch im Energiesektor, wie diese Ausgabe von e|m|w trends zeigt. Egal ob im Vertrieb, im Handel oder bei der Netzsteuerung: Mit KI lassen sich Massendaten automatisiert auswerten und so zum Beispiel extrem genaue Verbrauchs- und Produktionsprognosen erstellen.

Ein gänzlich vergessener Bereich ist - wie so oft - die Wärmewende. Länder wie Baden-Württemberg nehmen ihre Kommunen bei der Wärmeplanung in die Pflicht, auch Rheinland-Pfalz und Hamburg gehen diesen Weg, andere werden folgen. Dadurch entsteht ein riesiger Erfahrungsschatz, der für die Wärmewende genutzt werden kann. Man könnte auch sagen: ein riesiger Datenberg. Um diesen intelligent zu nutzen, ist KI der Schlüssel. Sie filtert aus hunderttausenden Vergleichsgebäuden den passenden Best-Practice-Fall heraus. Allerdings müssen für eine Skalierung von Sanierungsmaßnahmen die Daten auch zur Verfügung stehen. Hier besteht Handlungsbedarf. Allzuoft sitzen Energieversorger oder Schornsteinfeger auf den relevanten Daten. Das blockiert die Wärmewende.

Länder wie Dänemark oder die Schweiz machen es vor: Dort sind Energieunternehmen verpflichtet, sämtliche Energieverbrauchsdaten an die Kommunen zu übermitteln - und zwar gebäudescharf und digital. Diesem Beispiel sollte Deutschland folgen, Baden-Württemberg macht es schon. Denn um es mit den Worten unseres Interviewpartners Thomas Koller zu sagen: Ohne Daten geht es nicht.

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