Ausgabenarchiv

Intelligenter Netzbetrieb
Der Begriff "Intelligente Netze" wird fast zwangsläufig mit der (Groß)stadt verbunden. Das aber verkennt, dass die Digitalisierung der Verteilnetze im ländlichen Raum ebenso notwendig ist wie im urbanen Raum. Hierzu ist es nötig, passende Strategien zu entwickeln und umzusetzen. Modularisierte und dezentralisierte Steuerungsplattformen sind hierfür das Mittel der Wahl. Insbesondere die Einbindung dezentraler Energieerzeuger und die intelligente Ansteuerung von Ladeinfrastrukturen sind hier Themen, die den Verteilnetzbetreibern auf den Fingern brennen.
 
Das gilt aber nicht nur für die Stromnetze. Auch im Gasnetz wird die Intelligenz der einzelnen Netzkomponenten immer wichtiger. Im Interview mit Jens Hüttenrauch, Teamleiter Netzprojekte, DBI Gas-und Umwelttechnik GmbH, geht es unter anderem darum, die die Sektorkopplung zunehmend auch die Digitalisierung der Verteilnetze im Gasbereich vorantreibt. Der Artikel zum System-Cockpit des Designetz-Projektes zeigt hingegen, wie man existierende Anlagen mithilfe von intelligenter Netztechnik in eine Simulation des Energiesystems von morgen einbinden kann, um so schon heute Erfahrungen für die Zukunft zu gewinnen.
 
Lesen sie außerdem in der aktuellen Ausgabe, wie sich Geschäftsmodelle rund um die Elektromobilität entwickeln lassen sowie über die Auswirkungen neuer eichrechtlicher Vorgaben auf die Ladeinfrastruktur. Wir möchte sie außerdem auf ein neues Format hinweisen: Mit dieser Ausgabe haben wir zum ersten Mal eine Umfrage zum Thema Agiles Management im Programm.
 
Grüne Wärme
Wir leben in turbulenten Zeiten. Vieles verändert sich, manchmal so plötzlich, dass man das Gefühl haben kann, dass die Welt eine andere ist, wenn man nur eine Sekunde lang die Augen geschlossen hält. Auch die Energiebranche packt den Wandel an, obwohl es manchen Bereichen langsamer vorangeht als erhofft. Das zeigt sich auch im Rahmen der Energiewende: Wurde diese bislang hauptsächlich von der Stromseite her gedacht, gewinnen auch im Wärme- und Gasmarkt innovative Ideen und Konzepte an Fahrt.

Lesen Sie im Themenschwerpunkt „Grüne Wärme“ unter anderem, wie sich Nah- und Fernwärme durch innovative Konzepte und hybride Netzstrukturen fit für die Zukunft machen lassen, und das auf allen Ebenen – vom Einzelgebäude bis zum gesamten Stadtgebiet. Doch nicht nur das: Im Interview mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Deutschen Shell Holding GmbH, Dr. Thomas Zengerly, erfahren Sie, warum LNG in der Transportbranche noch eine große Zukunft bevorsteht und was getan werden muss, damit diese Zukunft auch eintritt. Und last but not least befasst sich das aktuelle Heft der e|m|w mit der Frage, wie sich Prozesse im Unternehmen optimieren lassen – unter anderem im Forderungsmanagement und in der Materialbeschaffung.

​Und auch in der Redaktion steht eine Veränderung an: Ich werde die e|m|w mit dieser Ausgabe verlassen. Im Zuge des Wechsels übergebe ich den Staffelstab an Jörg Siefke- Bremkens, sodass Sie auch in Zukunft die e|m|w in gewohnter Qualität in den Händen halten können.
Cloudlösungen für die Energiewirtschaft
Cloudlösungen gewinnen auch für die Energiewirtschaft zunehmend an Bedeutung: Smart Meter, das Handling von Prosumern und die Kommunikation mit Kunden produzieren große Mengen an Daten, die gespeichert und verarbeitet werden wollen. Cloudlösungen sind hierbei das Mittel der Wahl. Man muss keine kostspielige Infrastruktur vorhalten und kann diese bei Bedarf flexibel anpassen. Neue, zeitgemäße Kundenmodelle lassen sich auf ihrer Basis ebenfalls realisieren. Bevor man den Einsatz einer Cloud in Angriff nehmen kann, müssen aber zunächst einige Aufgaben bewältigt werden: Dazu gehören unter anderem der Datenschutz und die Cybersecurity.

Wie sich Daten mittels Datenfragmentierung sicher und datenschutzkonform in der Cloud ablegen lassen, beschreibt Bruno Quint von Rohde & Schwarz Cybersecurity in seinem Gastbeitrag. Im Interview mit Mirco Pinske aus dem Haus MSG Systems kommt die Sprache auf DIPKO, einen digitalen Marktplatz, über den Stadtwerke neue Geschäftsideen gemeinsam entwickeln, dabei den Kundenzugang jeweils für sich behalten und zudem ihren eigenen Querverbund stärken können.

​Lesen sie außerdem in der aktuellen Ausgabe, wie Stadtwerke das Thema Smart City positiv für sich besetzen können, sich der Austausch von Zertifikaten für die 1:1 Marktkommunikation automatisieren lässt und wie vertikale Windanlagen durch technische Innovationen die Schwelle zur Großanlage überschreiten.
Nach dem EEG
Die ältesten EEG-Anlagen gehen sozusagen bald in Rente – das Ende der garantierten Einspeisevergütung steht vor der Tür. Wenn sich die Betreiber für den Rückbau der Anlagen entscheiden, weil der Weiterbetrieb sich schlicht nicht rechnet, ist es um die Ausbauziele für erneuerbare Energien jedoch schlecht bestellt. Welche Perspektiven es für den rentablen Weiterbetrieb von Windkraft-, Fotovoltaik- und Biogasanlagen gibt, erörtern unsere Autoren im Schwerpunkt "Nach dem EEG".

Auch das Branchentreffen auf der E-world energy & water nähert sich, die dieses Jahr unter dem Motto "Smart City & Climate Solutions" steht. Mit Bernhard Schumacher von der MVV Energie AG haben wir über die Herausforderungen bei der Umsetzung von Smart-City-Konzepten gesprochen.

​Leitmarkt der Elektromobilität, eine Million E-Autos auf deutschen Straßen – wie steht es um die Ziele für Elektromobilität in Deutschland? Darüber haben wir im Doppelinterview mit Marie-Luise Wolff, BDEW-Präsidentin und Vorstandsvorsitzende der ENTEGA, und Henning Kagermann, Vorsitzender des Lenkungskreises der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM), diskutiert. Wie wiederum zeitvariable Netztarife für flexible Netzkunden die Integration von E-Autos unterstützen können, erfahren Sie in der Rubrik "Erzeugung und Infrastruktur".
Proptech & Smart Buildings
Der Wohnungsmarkt ist im Umbruch: Der Bedarf an altersgerechten Wohnungen wächst, schwindender Platz in Großstädten erfordert neue Sharing-Konzepte und über allem schwebt die Forderung nach stärkerer Energieeinsparung. Viele Wohnungsunternehmen setzen daher auf die Digitalisierung. Studien zufolge wollen 40 Prozent der Wohnungsunternehmen in den Bereich IoT investieren. Ansätze gibt es viele: Von Smart-Home-Konzepten über wohnungsnahe Dienstleistungen bis zum Ambient-Assisted-Living. An diesen neuen Geschäftsfeldern sind neben der Wohnungswirtschaft zunehmend Energieversorger interessiert.

Doch auch die großen Technologie-Plattformen wie Amazon, Google & Co. positionieren sich mit ersten Angeboten, wie Rockethome-CEO Yüksel Sirmasac, in seinem Gastbeitrag beschreibt. In unserem Schwerpunkt zum Thema "Proptech & Smart Buildings" geht es außerdem um die österreichische Seestadt Aspern, in der das Zusammenspiel intelligenter Gebäude getestet wird sowie um das Start-up Kugu. Dessen Geschäftsführer Christopher von Gumppenberg erläutert im Interview, wie sein Unternehmen den Submeteringmarkt umkrempeln will.

Lesen Sie außerdem in der aktuellen Ausgabe, welche Rolle Plug-in-Solaranlagen beim Smart Home der Zukunft spielen sowie ein Interview mit Lukas Kinigander vom Start-up Anyline, das auf dem Markt der digitalen Zählererfassung die Weltmarktführerschaft anstrebt.
Neue Energiedienstleistungen
Der Kohleausstieg markiert einen gewaltigen Meilenstein der Dekarbonisierung der alten Energielandschaft. Weitere fossile Energieträger dürften folgen. Die neue Landschaft wird beherrscht von dezentralen und erneuerbaren Energien und intelligenten Technologien. Für die Branche intensiviert sich die Suche nach neuen einträglichen Geschäftsmodellen.

Diese Ausgabe der e|m|w ist ein Spiegel des Auf- und Umbruchs: Maria Moræus Hanssen, Vorstandsvorsitzende der DEA, hat mit uns über die Fusion mit Wintershall, die langfristige Perspektive von Erdgas und globale CO2-Preise gesprochen. Stefan Küppers, Technischer Geschäftsführer der Westnetz, entwirft eine Perspektive für Verteilnetzbetreiber in der dezentralen Erzeugungslandschaft. Im Schwerpunkt stellen wir Energiedienstleistungen für die neue Energiewelt vor. Neue Service- und Produktangebote lassen sich beispielsweise aus Stromtarif, Smart Meter, E-Mobility und Speicher kombinieren.

​Ein weiteres Aus steht ebenfalls vor der Tür: Zahlreiche ältere EEG-Anlagen fallen bald aus der Förderung. Wolfram Axthelm (Bundesverband Windenergie), Jochen Hauff (Baywa.re/Vice President Solarpower Europe) und Robert Busch (Bundesverband Neue Energiewirtschaft) diskutieren am e|m|w-Round-Table, wie sich Erneuerbaren-Anlagen außerhalb der Förderung am Markt positionieren können.
Predictive Analytics
"Daten sind das neue Gold" lautet ein geflügeltes Wort, das auch in der Energiewirtschaft inzwischen viele Anhänger hat. Während Datenanalysen früher lediglich vergangenheitsorientierte und erklärende Informationen lieferten, werden sie nun immer mehr für den Blick in die Zukunft eingesetzt. Preis-, Absatz- und Erzeugungsprognosen sind für einen erfolgreichen Energiehandel entscheidend, Energievertriebe nutzen Daten-Segmentierung für Kundenanalysen und die Auswertung ungewöhnlicher Sensordaten ermöglicht Technikern eine vorbeugende Instandhaltung. Im Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe von emw.trends schildern unsere Autoren die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Predictive Analytics in der Energiewirtschaft.

Für die Rubrik "Markt & Technik" haben wir ein Interview mit Joachim Lang vom Messdienstleister Discovergy geführt. Lang schildert darin, vor welche Herausforderungen Stadtwerke durch den Smart-Meter-Rollout gestellt werden, wie sich Discovergy zur Wohnungswirtschaft positioniert und welche Rolle das Unternehmen im Forschungsprojekt "Emigmo" spielt. Lesen Sie außerdem in der Rubrik, wie die neue LOHC-Technologie den Speichermarkt revolutionieren will und wie ein Ludwigshafener Netzbetreiber die Vorgaben des Gesetzes zur Digitalisierung der Energiewende zum Messbetrieb umsetzt.
Finanzierung von Energieprojekten
Geld ist nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts: Die Entwicklung der Energieerzeugung hängt nicht nur von den technischen Möglichkeiten ab, sondern auch von den Rahmenbedingungen des Kapitalmarktes. Die finanziellen Herausforderungen für den Bau thermischer Kraftwerke waren eines der Themen im Interview mit Joachim Rumstadt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Steag. Weitere Beiträge des Schwerpunktes „Finanzierung von Energieprojekten“ befassen sich mit Risiken bei Investitionen in Onshore-Windkraft und Gaskraftwerke sowie mit dem Instrument Crowdfinance für den Bau von Erneuerbare-Energien-Anlagen.

In der Rubrik „Erzeugung und Infrastruktur“ erläutern unsere Autoren unter anderem, wie sich mit Nordseewasser heizen lässt, welchen Einfluss neue Werkstoffe auf die Fahrweise von Kohlekraftwerken haben und wie sich die Gasprognosetemperatur in der täglichen Praxis bewährt. Dr. Christian Becker und Wilfrid Ullrich, Vorstände der Stadtwerke Aachen, erläutern im Interview ihre E-Mobility-Strategie und stellen sich auch Fragen zur Weiterentwicklung der Trianel. Und wer schon immer wissen wollte, worüber eigentlich Dr. Marie-Luise Wolff, Vorstandsvorsitzende der Entega und Präsidentin des BDEW, promoviert hat, dem sei ein Blick in die Rubrik e|m|w persönlich empfohlen.
Cybercrime
Digitalisierung und Vernetzung bieten der Energiewirtschaft große Chancen. Bei den Risiken sind viele Unternehmen allerdings oft blauäugig. „Bei europäischen Firmen dauert es durchschnittlich 469 Tage, bis ein Cyber-Angriff überhaupt bemerkt wird“, schreibt unser Gastautor Michael Häring vom Frankfurter Risikoberater Marsh in unserem Themenschwerpunkt „Cybersecurity“.

Vor allem Betreiber kritischer Infrastrukturen wie Strom- oder Gasnetzbetreiber stehen in der Pflicht, Maßnahmen gegen Cyberangriffe zu ergreifen. „Wir haben hier vielerorts offene Scheunentore“, kritisiert Stephan Boy vom Zukunftsforum öffentliche Sicherheit im Deutschen Bundestag, im Interview mit emw.trends. Er fordert eine stärkere Konzentration auf systemübergreifende Lösungen.

In der Rubrik „Markt & Technik“ lesen Sie darüber hinaus, wie mobile Rechenzentren hohe Sicherheit mit Energieeffizienz verbinden, wie Roboter Stadtwerken im Rechnungswesen unterstützen und warum für kommunale Versorger das Feedback von Kunden bei der Produktentwicklung höchste Bedeutung besitzen sollte.
Digitalisierung im Handel
Was die viel beschworene Digitalisierung wirklich bedeutet, unterscheidet sich je nach Sektor und Unternehmen bis in die Fachabteilungen hinein. Der Schwerpunkt dieser Ausgabe konzentriert sich auf die Digitalisierung des Energiehandels: Unsere Autoren zeigen, welche Möglichkeiten Blockchain, Peer-to-Peer und Algo-Trading im Energiehandel bieten. Wie die Digitalisierung auch die Produktentwicklung im klassischen B2C-Vertrieb verändert, zeigt der Beitrag der Würzburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft über ihr Produkt „WVV Active“. Bei dem Ökostrom-Tarif spielt ein Fitness-Tracker eine entscheidende Rolle.

Die Einspeisevergütung steuert auf ein historisches Datum zu: Ende 2020 läuft für die ersten Erneuerbaren-Anlagen die Förderung nach dem EEG aus. Bis 2025 werden bis zu 16.000 MW Wind-Leistung das EEG-Fördersystem verlassen. Der Bundesverband WindEnergie erörtert in seinem Beitrag, welche Perspektiven es für den Weiterbetrieb der Anlagen gibt.

Auch Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender der EWE AG, geht im Interview auf den Platz der Windenergie in der Strategie des norddeutschen Versorgers ein. Die Situation beim Bau flankierender thermischer Kraftwerke ist Gegenstand des Interviews mit Matthias Zelinger vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).