Ausgabenarchiv

Die letzte Meile
20 Jahre E-world sind auch für uns ein Anlass zum Feiern - schließlich hat die e|m|w ihre Entwicklung über fast die gesamte Zeit aus nächster Nähe verfolgt. Die Veranstaltung, die als Kleinmesse in einer einzigen Halle begonnen hatte, hat sich zur führenden Energiemesse in Deutschland entwickelt. Grund genug für uns, für Sie ein Bündel an interessanten Themen zu schnüren: So haben wir Kerstin Andreae, Hauptgeschäftsführerin des BDEW, und Andreas Schierenbeck, Vorstandvorsitzender der Uniper SE, als Interviewpartner gewinnen können.

​In unserem Themenschwerpunkt "Die letzte Meile" dreht sich alles um das Verteilnetz. Dort befassen wir uns mit der wachsenden Verantwortung der Verteilnetzbetreiber für das Energiesystem, den Auswirkungen der europäischen Energiemarktregulierung, aber auch mit der Marktraumumstellung von L- auf H-Gas sowie mit der Frage, wie sich grüne Gase in das (Verteil-) Netz integrieren lassen und welche Herausforderungen dies mit sich bringt. Aber auch die weiteren Themen unseres Heftes können sich sehen lassen: Wasserstoff betrachten wir aus der Sicht konkreter Projekte, aus einem internationalen Blickwinkel sowie aus politischer Perspektive. Daneben werfen wir unter anderem den Blick auf nachhaltige Geschäftsmodelle im urbanen Raum und die Desertec-Initiative, die immer noch existiert, auch wenn es in den zehn Jahren seit ihrer Gründung leiser um sie geworden ist.
Infrastrukturen im Quartier
Der Begriff "Smart" ist seit vielen Jahren das Buzzword in der Energiebranche. Wer aber intelligente Infrastrukturen auf die Digitalisierung der Netze reduzieren will, hat zu kurz gedacht. Intelligenz kann zum Beispiel auch bedeuten, dass man schon bei der Errichtung eines Quartiers Synergien zwischen den Beteiligten berücksichtigt. Unser Autor Christian Rose zeigt in unserem Aufmacherartikel "Gemeinsam einfach besser heizen.", wie Kommunen rechtzeitig die richtigen Weichen stellen und so die Basis für hohe Effizienz und klimaschonende Wärmerzeugung legen können. Wir zeigen außerdem, wie digitale Marktplätze die Präsenz des Energieversorgers stärken können, indem sie regionale Energieerzeuger und Verbraucher zusammenbringen.

Um die lokale Vernetzung regenerativer Energieerzeuger dreht sich auch unser Interview mit Luis Hernández, Head of Decentral Energy System and Innovation Management, E.ON SE, mit dem wir über die Einrichtung einer autarken Energie-Community im schwedischen Ort Simris gesprochen haben.

​In der Rubrik "Markt & Technik" berichten wir über Sparox, eine Logistikplattform für Ersatzteile im Energiesektor, die mit dem Anspruch angetreten ist, das "Amazon" für Anlagen-Ersatzteile zu werden. Ein weiterer Gastbeitrag des Wuppertal Instituts nimmt anhand von zwei Projekten die Schnittstelle zwischen technologischen Aspekten und gesellschaftlichen Fragen in den Blick und verdeutlicht, wie die Transformation des Energiesystems in den gesamtgesellschaftlichen Wandel eingebettet ist.
Sektorkopplung
"Mögest Du in interessanten Zeiten leben", lautet ein chinesisches Sprichwort, von dem man erst im Rückblick weiß, ob es als Glückwunsch oder als Verwünschung gedacht war. Eines ist jedenfalls gewiss: Wir leben in interessanten Zeiten. Überall stehen die Stellräder auf Veränderung. Manche dieser Veränderungen - wie Fridays for Future und die daran anschließende, hektische Betriebsamkeit der Politik - kommen überraschend, andere - wie der Smart Meter-Rollout - werden seit Mitte der 2010er-Jahre sehnlich erwartet. Andere werden umgesetzt, weil sie einfach Sinn ergeben. Dazu gehört auch die Sektorkopplung, die den Themenschwerpunkt der aktuellen Ausgabe bildet. Dabei schauen wir aus verschiedenen Blickwinkeln auf das Thema: Wie wirkt sich die Sektorkopplung auf die Endverbraucher aus? Unter welchen Voraussetzungen lässt sich ein Energieausgleich durch Sektorkopplung bewerkstelligen? Und welche Rolle spielen Energiespeicher dabei?

Aber auch im weiteren Inhalt des Heftes haben wir ein breites Spektrum innovationsträchtiger Themen aufgespannt. Lesen Sie unter anderem, wie sich Versorger und Stadtwerke in Sachen Flexibilitätsmanagement dezentraler Anlagen positionieren können und wie die Standardisierung der Power Purchase Agreements vorangetrieben wird. Zudem betrachten wir neue, technikgestützte Marktmodelle, mit denen Flexibilitäten bereitgestellt werden können, und Strategien zur Umsetzung von Informationssicherheitsmanagementsystemen.

​Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre und eine schöne Weihnachtszeit für Sie und Ihre Familien.
Kundenservice der Zukunft
Die Zeiten, in denen der Kontakt zwischen Energieversorgern und Kunden im Wesentlichen darin bestand, dass einmal im Jahr die Zähler abgelesen wurden und eine Rechnung geschrieben wurde, sind endgültig vorbei. Heute kommen Kundenwünsche und -anfragen über zahlreiche Kanäle, die Erreichbarkeit der Ansprechpartner wird dabei vorausgesetzt. Und tatsächlich haben viele EVU ihre Hausaufgaben gemacht und Ihren Kundenservice den neuen Gegebenheiten angepasst. Trotzdem geht da noch mehr: Der Kundenservice der Zukunft stützt sich auf Künstliche Intelligenz und Automatisierung – sowohl bei der Kundenansprache als auch bei der Auswertung der Kundendaten. Fabrice Martin zeigt in seinem Artikel, wie sich die dabei anfallenden Analysepotenziale effektiv nutzen lassen.

In unserem Interview mit Dr. Philipp Stephan, Leiter des Trianel Digital Lab, erfahren Sie, wie Stadtwerke bei der Umsetzung der Digitalisierung gemeinsam konkrete Anwendungsfälle erproben können.

Unsere Kooperationspartner von ServiceRating zeigen in ihrem Artikel, wie sich die Potenziale des Kundenfeedbacks besser nutzen lassen, wenn man von einer defizitorientierten Sichtweise auf eine offene Kommunikation umschwenkt.

​Außerdem legen Lukas Vogel und Michael Brey von der Deutschen Energie-Agentur eine kompakte Zusammenfassung des dena-Reports „Künstliche Intelligenz für die integrierte Energiewende“ vor, der die vielfältigen Potenziale und konkreten Anwendungsfelder der KI für die Energiewirtschaft aufzeigt.
Innovativer Vertrieb
Hier bei uns im Ruhrgebiet sagt man: "Dat geht wech wie geschnitten Brot!", wenn sich eine Sache wirklich gut verkauft. Doch seien wir ehrlich: Der Vertrieb ist oft eher durch die Mühen der Ebene gekennzeichnet, gerade dann, wenn man Commodities verkauft oder Produkte, die (noch) erklärungsbedürftig sind. Es geht also, wie der Titel unseres Schwerpunkts sagt, darum, neue, innovative Wege zu finden, das Produkt dem Kunden schmackhaft zu machen. Und auch hier kommt man - wie sollte es anders sein - nicht um das Schlagwort "Digitalisierung" herum. In unserem Aufmacher-Artikel lesen Sie zum Beispiel, wie Künstliche Intelligenz den Vertrieb dabei unterstützen kann, die relevanten Kundengruppen zu identifizieren und anzusprechen. Aber auch das richtige Branding darf nicht unterschätzt werden. Warum also nicht das Engagement für die Umwelt mit einem Produkt verbinden? Unser Artikel zum "Bienenstrom" zeigt ein Best Practise-Beispiel.

Datengetrieben geht es auch in den anderen Rubriken der e|m|w voran. Unser Überblicksartikel zu netzdienlichen Leistungen zeigt, wie sich intelligente Messsysteme für die Flexibilisierung der Verteilnetze nutzen lassen. Spannend ist auch der Artikel zu den Auswirkungen von LNG auf den kontinentaleuropäischen Gasmarkt. Wir zeigen außerdem, wie sich durch LoRaWAN zahlreiche Abläufe im kommunalen Raum digitalisieren lassen und betrachten, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf Unternehmens- und Geschäftsprozesse sowie auf die Gestaltung von Kundeninteraktionen hat.
Smart Cities
Es liegt nahe, beim Thema "Smart Cities" nur an rein technische Lösungen zu denken. Doch bei näherer Betrachtung sieht man, dass das zu kurz gedacht ist: Warum zum Beispiel denkt man bei der Planung neuer Quartiere die (e)Mobility-Lösung für das Quartier nicht einfach mit? Andreas Mattolat beschreibt in seinem Artikel, wie eine solche Lösung aussehen kann. Eine weitere Frage, die beantwortet werden muss, ist: "Wie vernetze ich die ganze intelligente Technologie miteinander?" Die LoRaWAN-Technologie kann dafür eine Lösung sein.

Unser Interview mit Matthew Timms zeigt, wie ein kleines Stück Hardware dem Endkunden zu mehr Kontrolle über seine Energiedaten verhelfen kann und dem Energieversorger als Plattformbetreiber neue Geschäftsmodelle ermöglicht.

In unserer in Kooperation mit Servicerating durchgeführten Umfrage haben wir dieses Mal gefragt, wie sich Work 4.0 und Agilität auf die Art, wie wir arbeiten, auswirken. "Wie werden Homeoffice und Mobileoffice genutzt und welche Auswirkungen hat das auf die Zusammenarbeit im Unternehmen?", lautet die Frage, die wir beantworten wollen.

​Und schließlich legen unsere Autoren Markus Kappen und Fabian Dawin dar, wie Stadtwerken eine klare Positionierung bei Smart City-Themen gelingt, denn nur wer weiß, wo er steht, kann klar erkennen wohin die Reise gehen soll. Es geht für die Stadtwerke darum, proaktiv und strategiebasiert zu handeln und die eigenen Stärken weiterzuentwickeln, um das Thema Smart City für sich erfolgreich zu besetzen.
Gemeinsam sind wir stark
"Gemeinsam sind wir stark" lautet das Motto unseres aktuellen Themenschwerpunkts. Ein Motto, das man auf den ersten Blick eher den "Fridays for Future"-DemonstrantInnen zuordnen würde als Unternehmen, die im Wettbewerb zueinander stehen. Doch wie so oft trügt der erste Schein: Kooperationen und Austausch bieten auch Unternehmen handfeste Vorteile. Welche strategischen Entscheidungen zu treffen sind, welche innovativen Kooperationskonzepte es gibt und wie man ganz konkret branchenübergreifend agiert, lesen Sie dort. In unserem Interview mit Götz Erhardt und Tobias Gehlhaar erfahren Sie außerdem, wie Innovation und Kooperation ineinandergreifen können.

Manchmal muss man aber auch anerkennen, dass die Umstände eine Zusammenarbeit verhindern. So zum Beispiel bei der Strompreiszonentrennung zwischen Österreich und Deutschland. Lesen sie in dieser Ausgabe, welche Auswirkungen die Trennung der Marktgebiete hatte und wie sich die getrennten Preiszonen in Zukunft entwickeln werden.

​Auch unser aktueller Round-Table und der Kommentar greifen mit dem Klimaschutz ein Thema auf, das einer Kooperation auf vielen Ebenen bedarf und zu kontroversen Diskussionen herausfordert. Konkret geht es um das Thema CO2-Bepreisung und die Ausrichtung der Klimaschutzpolitik nach der Europawahl. Im Interview mit Achim Zerres, Abteilungsleiter Energieregulierung bei der Bundesnetzagentur, sprechen wir außerdem über aktuelle Entwicklungen wie die Situation bei den Erneuerbaren-Ausschreibungen, die Lage der Reservekraftwerke und den Netzausbau.
Digitalisierter Handel
Mit steigender Schlagzahl der Transaktionen im Energiehandel nimmt die Anzahl der Geschäfte schnell Ausmaße an, die von Menschen allein kaum mehr überblickt werden können. Die Automatisierung der Handelsgeschäfte durch Algorithmen, das sogenannte Algotrading, ist daher eine naheliegende und effiziente Konsequenz. Aber auch in anderen Bereichen lassen sich die Methoden des automatisierten Handels gewinnbringend einsetzen.
 
Daneben gewinnen Blockchainanwendungen in der Energiewirtschaft zunehmend an Bedeutung. Ein prominentes Beispiel dafür ist das Enerchain-Projekt, das auslotet, wie sich mithilfe der Blockchain lokale, kleinskalige Produkte dezentral handeln lassen. Im Interview erläutert Kyung-Hun Ha, COO der Lition Energie GmbH, wie sich mit der Blockchain Grünstromanlagen so vernetzen lassen, dass die bilanzielle Belieferung mit Erneuerbaren-Strom zum tagesaktuell günstigsten Preis an Endkunden möglich wird.
 
Außerdem werfen wir einen Blick auf die Verarbeitung von Abfragen mittels Natural Language Processing, den Stand der Entwicklung bei Oberleitungs-LKW und den Einsatz von Drohnen zur Kontrolle von Gaspipelines. Die Ergebnisse unserer Umfrage zum Thema Agiles Management zeigen last but not least, in welche Richtung sich der Einsatz agiler Methoden in der Energiewirtschaft entwickelt.
 
Moderne Mobilität
Wenn das Stichwort "Moderne Mobilität" fällt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die erste Antwort, die vor Ihrem inneren Auge aufblitzt, "E-Mobility" lautet. Und damit liegen Sie gar nicht falsch: Nicht nur in der Wahrnehmung dominiert die Elektromobilität das Feld der alternativen Antriebe, zumindest, was den Personennahverkehr betrifft. Es geht aber auch anders, wie die ersten beiden Artikel unseres Themenschwerpunkts zeigen. Bei allen Anwendungen, die lange Fahrstrecken und/oder große Leistungen erfordern, lohnt es sich, den Blick auf andere Antriebs- und Treibstoffarten zu richten, zum Beispiel auf Brennstoffzellen oder LNG. Der beste Antrieb nutzt aber nichts, wenn er nicht von denen angenommen wird, die ihn benutzen sollen. Deshalb richten wir den Blick auch auf die politischen und infrastrukturellen Herausforderungen, die bewältigt werden müssen, um alternativen Antrieben zum Erfolg zu verhelfen.

​Herausforderungen in Chancen zu verwandeln ist aber nicht nur das Thema des aktuellen Schwerpunkts, sondern durchzieht als Grundton alle Rubriken des Heftes. Lesen Sie zum Beispiel in der Rubrik Erzeugung & Infrastruktur, wie neue Rahmenbedingungen den Weg zu neuen Geschäftsmodellen eröffnen können. Unser Überblicksartikel in der Rubrik Organisation & Strategie zeigt, wie die Bevölkerung zur Energiewende steht und welche Potenziale auch für die Energiewirtschaft hier noch gehoben werden können. Und last but not least gewinnen Sie in unseren Interviews einen Einblick, welche Antworten die Energiebranche findet, um sich den anstehenden Herausforderungen zu stellen.
Intelligenter Netzbetrieb
Der Begriff "Intelligente Netze" wird fast zwangsläufig mit der (Groß)stadt verbunden. Das aber verkennt, dass die Digitalisierung der Verteilnetze im ländlichen Raum ebenso notwendig ist wie im urbanen Raum. Hierzu ist es nötig, passende Strategien zu entwickeln und umzusetzen. Modularisierte und dezentralisierte Steuerungsplattformen sind hierfür das Mittel der Wahl. Insbesondere die Einbindung dezentraler Energieerzeuger und die intelligente Ansteuerung von Ladeinfrastrukturen sind hier Themen, die den Verteilnetzbetreibern auf den Fingern brennen.
 
Das gilt aber nicht nur für die Stromnetze. Auch im Gasnetz wird die Intelligenz der einzelnen Netzkomponenten immer wichtiger. Im Interview mit Jens Hüttenrauch, Teamleiter Netzprojekte, DBI Gas-und Umwelttechnik GmbH, geht es unter anderem darum, die die Sektorkopplung zunehmend auch die Digitalisierung der Verteilnetze im Gasbereich vorantreibt. Der Artikel zum System-Cockpit des Designetz-Projektes zeigt hingegen, wie man existierende Anlagen mithilfe von intelligenter Netztechnik in eine Simulation des Energiesystems von morgen einbinden kann, um so schon heute Erfahrungen für die Zukunft zu gewinnen.
 
Lesen sie außerdem in der aktuellen Ausgabe, wie sich Geschäftsmodelle rund um die Elektromobilität entwickeln lassen sowie über die Auswirkungen neuer eichrechtlicher Vorgaben auf die Ladeinfrastruktur. Wir möchte sie außerdem auf ein neues Format hinweisen: Mit dieser Ausgabe haben wir zum ersten Mal eine Umfrage zum Thema Agiles Management im Programm.