Ausgabenarchiv

Gemeinsam sind wir stark
"Gemeinsam sind wir stark" lautet das Motto unseres aktuellen Themenschwerpunkts. Ein Motto, das man auf den ersten Blick eher den "Fridays for Future"-DemonstrantInnen zuordnen würde als Unternehmen, die im Wettbewerb zueinander stehen. Doch wie so oft trügt der erste Schein: Kooperationen und Austausch bieten auch Unternehmen handfeste Vorteile. Welche strategischen Entscheidungen zu treffen sind, welche innovativen Kooperationskonzepte es gibt und wie man ganz konkret branchenübergreifend agiert, lesen Sie dort. In unserem Interview mit Götz Erhardt und Tobias Gehlhaar erfahren Sie außerdem, wie Innovation und Kooperation ineinandergreifen können.

Manchmal muss man aber auch anerkennen, dass die Umstände eine Zusammenarbeit verhindern. So zum Beispiel bei der Strompreiszonentrennung zwischen Österreich und Deutschland. Lesen sie in dieser Ausgabe, welche Auswirkungen die Trennung der Marktgebiete hatte und wie sich die getrennten Preiszonen in Zukunft entwickeln werden.

​Auch unser aktueller Round-Table und der Kommentar greifen mit dem Klimaschutz ein Thema auf, das einer Kooperation auf vielen Ebenen bedarf und zu kontroversen Diskussionen herausfordert. Konkret geht es um das Thema CO2-Bepreisung und die Ausrichtung der Klimaschutzpolitik nach der Europawahl. Im Interview mit Achim Zerres, Abteilungsleiter Energieregulierung bei der Bundesnetzagentur, sprechen wir außerdem über aktuelle Entwicklungen wie die Situation bei den Erneuerbaren-Ausschreibungen, die Lage der Reservekraftwerke und den Netzausbau.
Moderne Mobilität
Wenn das Stichwort "Moderne Mobilität" fällt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die erste Antwort, die vor Ihrem inneren Auge aufblitzt, "E-Mobility" lautet. Und damit liegen Sie gar nicht falsch: Nicht nur in der Wahrnehmung dominiert die Elektromobilität das Feld der alternativen Antriebe, zumindest, was den Personennahverkehr betrifft. Es geht aber auch anders, wie die ersten beiden Artikel unseres Themenschwerpunkts zeigen. Bei allen Anwendungen, die lange Fahrstrecken und/oder große Leistungen erfordern, lohnt es sich, den Blick auf andere Antriebs- und Treibstoffarten zu richten, zum Beispiel auf Brennstoffzellen oder LNG. Der beste Antrieb nutzt aber nichts, wenn er nicht von denen angenommen wird, die ihn benutzen sollen. Deshalb richten wir den Blick auch auf die politischen und infrastrukturellen Herausforderungen, die bewältigt werden müssen, um alternativen Antrieben zum Erfolg zu verhelfen.

​Herausforderungen in Chancen zu verwandeln ist aber nicht nur das Thema des aktuellen Schwerpunkts, sondern durchzieht als Grundton alle Rubriken des Heftes. Lesen Sie zum Beispiel in der Rubrik Erzeugung & Infrastruktur, wie neue Rahmenbedingungen den Weg zu neuen Geschäftsmodellen eröffnen können. Unser Überblicksartikel in der Rubrik Organisation & Strategie zeigt, wie die Bevölkerung zur Energiewende steht und welche Potenziale auch für die Energiewirtschaft hier noch gehoben werden können. Und last but not least gewinnen Sie in unseren Interviews einen Einblick, welche Antworten die Energiebranche findet, um sich den anstehenden Herausforderungen zu stellen.
Grüne Wärme
Wir leben in turbulenten Zeiten. Vieles verändert sich, manchmal so plötzlich, dass man das Gefühl haben kann, dass die Welt eine andere ist, wenn man nur eine Sekunde lang die Augen geschlossen hält. Auch die Energiebranche packt den Wandel an, obwohl es manchen Bereichen langsamer vorangeht als erhofft. Das zeigt sich auch im Rahmen der Energiewende: Wurde diese bislang hauptsächlich von der Stromseite her gedacht, gewinnen auch im Wärme- und Gasmarkt innovative Ideen und Konzepte an Fahrt.

Lesen Sie im Themenschwerpunkt „Grüne Wärme“ unter anderem, wie sich Nah- und Fernwärme durch innovative Konzepte und hybride Netzstrukturen fit für die Zukunft machen lassen, und das auf allen Ebenen – vom Einzelgebäude bis zum gesamten Stadtgebiet. Doch nicht nur das: Im Interview mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung der Deutschen Shell Holding GmbH, Dr. Thomas Zengerly, erfahren Sie, warum LNG in der Transportbranche noch eine große Zukunft bevorsteht und was getan werden muss, damit diese Zukunft auch eintritt. Und last but not least befasst sich das aktuelle Heft der e|m|w mit der Frage, wie sich Prozesse im Unternehmen optimieren lassen – unter anderem im Forderungsmanagement und in der Materialbeschaffung.

​Und auch in der Redaktion steht eine Veränderung an: Ich werde die e|m|w mit dieser Ausgabe verlassen. Im Zuge des Wechsels übergebe ich den Staffelstab an Jörg Siefke- Bremkens, sodass Sie auch in Zukunft die e|m|w in gewohnter Qualität in den Händen halten können.
Nach dem EEG
Die ältesten EEG-Anlagen gehen sozusagen bald in Rente – das Ende der garantierten Einspeisevergütung steht vor der Tür. Wenn sich die Betreiber für den Rückbau der Anlagen entscheiden, weil der Weiterbetrieb sich schlicht nicht rechnet, ist es um die Ausbauziele für erneuerbare Energien jedoch schlecht bestellt. Welche Perspektiven es für den rentablen Weiterbetrieb von Windkraft-, Fotovoltaik- und Biogasanlagen gibt, erörtern unsere Autoren im Schwerpunkt "Nach dem EEG".

Auch das Branchentreffen auf der E-world energy & water nähert sich, die dieses Jahr unter dem Motto "Smart City & Climate Solutions" steht. Mit Bernhard Schumacher von der MVV Energie AG haben wir über die Herausforderungen bei der Umsetzung von Smart-City-Konzepten gesprochen.

​Leitmarkt der Elektromobilität, eine Million E-Autos auf deutschen Straßen – wie steht es um die Ziele für Elektromobilität in Deutschland? Darüber haben wir im Doppelinterview mit Marie-Luise Wolff, BDEW-Präsidentin und Vorstandsvorsitzende der ENTEGA, und Henning Kagermann, Vorsitzender des Lenkungskreises der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM), diskutiert. Wie wiederum zeitvariable Netztarife für flexible Netzkunden die Integration von E-Autos unterstützen können, erfahren Sie in der Rubrik "Erzeugung und Infrastruktur".
Neue Energiedienstleistungen
Der Kohleausstieg markiert einen gewaltigen Meilenstein der Dekarbonisierung der alten Energielandschaft. Weitere fossile Energieträger dürften folgen. Die neue Landschaft wird beherrscht von dezentralen und erneuerbaren Energien und intelligenten Technologien. Für die Branche intensiviert sich die Suche nach neuen einträglichen Geschäftsmodellen.

Diese Ausgabe der e|m|w ist ein Spiegel des Auf- und Umbruchs: Maria Moræus Hanssen, Vorstandsvorsitzende der DEA, hat mit uns über die Fusion mit Wintershall, die langfristige Perspektive von Erdgas und globale CO2-Preise gesprochen. Stefan Küppers, Technischer Geschäftsführer der Westnetz, entwirft eine Perspektive für Verteilnetzbetreiber in der dezentralen Erzeugungslandschaft. Im Schwerpunkt stellen wir Energiedienstleistungen für die neue Energiewelt vor. Neue Service- und Produktangebote lassen sich beispielsweise aus Stromtarif, Smart Meter, E-Mobility und Speicher kombinieren.

​Ein weiteres Aus steht ebenfalls vor der Tür: Zahlreiche ältere EEG-Anlagen fallen bald aus der Förderung. Wolfram Axthelm (Bundesverband Windenergie), Jochen Hauff (Baywa.re/Vice President Solarpower Europe) und Robert Busch (Bundesverband Neue Energiewirtschaft) diskutieren am e|m|w-Round-Table, wie sich Erneuerbaren-Anlagen außerhalb der Förderung am Markt positionieren können.
Finanzierung von Energieprojekten
Geld ist nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts: Die Entwicklung der Energieerzeugung hängt nicht nur von den technischen Möglichkeiten ab, sondern auch von den Rahmenbedingungen des Kapitalmarktes. Die finanziellen Herausforderungen für den Bau thermischer Kraftwerke waren eines der Themen im Interview mit Joachim Rumstadt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Steag. Weitere Beiträge des Schwerpunktes „Finanzierung von Energieprojekten“ befassen sich mit Risiken bei Investitionen in Onshore-Windkraft und Gaskraftwerke sowie mit dem Instrument Crowdfinance für den Bau von Erneuerbare-Energien-Anlagen.

In der Rubrik „Erzeugung und Infrastruktur“ erläutern unsere Autoren unter anderem, wie sich mit Nordseewasser heizen lässt, welchen Einfluss neue Werkstoffe auf die Fahrweise von Kohlekraftwerken haben und wie sich die Gasprognosetemperatur in der täglichen Praxis bewährt. Dr. Christian Becker und Wilfrid Ullrich, Vorstände der Stadtwerke Aachen, erläutern im Interview ihre E-Mobility-Strategie und stellen sich auch Fragen zur Weiterentwicklung der Trianel. Und wer schon immer wissen wollte, worüber eigentlich Dr. Marie-Luise Wolff, Vorstandsvorsitzende der Entega und Präsidentin des BDEW, promoviert hat, dem sei ein Blick in die Rubrik e|m|w persönlich empfohlen.
Digitalisierung im Handel
Was die viel beschworene Digitalisierung wirklich bedeutet, unterscheidet sich je nach Sektor und Unternehmen bis in die Fachabteilungen hinein. Der Schwerpunkt dieser Ausgabe konzentriert sich auf die Digitalisierung des Energiehandels: Unsere Autoren zeigen, welche Möglichkeiten Blockchain, Peer-to-Peer und Algo-Trading im Energiehandel bieten. Wie die Digitalisierung auch die Produktentwicklung im klassischen B2C-Vertrieb verändert, zeigt der Beitrag der Würzburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft über ihr Produkt „WVV Active“. Bei dem Ökostrom-Tarif spielt ein Fitness-Tracker eine entscheidende Rolle.

Die Einspeisevergütung steuert auf ein historisches Datum zu: Ende 2020 läuft für die ersten Erneuerbaren-Anlagen die Förderung nach dem EEG aus. Bis 2025 werden bis zu 16.000 MW Wind-Leistung das EEG-Fördersystem verlassen. Der Bundesverband WindEnergie erörtert in seinem Beitrag, welche Perspektiven es für den Weiterbetrieb der Anlagen gibt.

Auch Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender der EWE AG, geht im Interview auf den Platz der Windenergie in der Strategie des norddeutschen Versorgers ein. Die Situation beim Bau flankierender thermischer Kraftwerke ist Gegenstand des Interviews mit Matthias Zelinger vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).
Grünes Gas
Die Energiewende war lange in erster Linie eine Abkehr von der konventionellen Stromerzeugung. Die Dekarbonisierung von Wärme und Verkehr spielte eine untergeordnete Rolle und schien sich in einer All-electric-World von selbst zu erledigen. Das Konzept hatte aber leider ein paar lästige Probleme wie Transport, Speicherung und Grundlastfähigkeit von Erneuerbaren-Strom nicht berücksichtigt.
 
Hier hat sich die Gaswirtschaft (zurück) ins Spiel gebracht. Die vorhandene Gas-Infrastruktur könnte umgewandelten überschüssigen Ökostrom speichern, Biogas könnte fossile Energieträger im Verkehr ersetzen. Diese und andere Aspekte beleuchtet unser Schwerpunkt „Grünes Gas“: Reinhard Otten, Stratege für Nachhaltige Produktentwicklung bei der Audi AG, erläutert im Interview die diversifizierte Strategie des Automobilherstellers für alternative Antriebe. Das Pro & Contra einer gemeinsamen Netzplanung von Fernleitungs- und Übertragungsnetzbetreibern diskutieren Dr. Thomas Gößmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Thyssengas GmbH und Achim Zerres, Leiter der Energieregulierung bei der Bundesnetzagentur. Außerdem finden Sie in dieser Ausgabe ein exklusives Interview mit Dietmar Spohn, Sprecher der Geschäftsführung der Stadtwerke Bochum, das auch die Entwicklung von Trianel und Steag thematisiert.
Data Analytics für die Energiewirtschaft
Die Digitalisierung verlangt von allen Playern im Markt, ihre Wertschöpfungskette neu zu sortieren. Dem riesigen Wachstums- und Entwicklungsfeld „Data Analytics“ widmen wir uns im Schwerpunkt der aktuellen e|m|w. Unsere Autoren erläutern die Möglichkeiten, wie sich mithilfe von Datenanalyse Effizienzen in den unterschiedlichsten Geschäftsfeldern heben lassen – von der Windenergie über den Netzbetrieb bis hin zum Endkundenvertrieb und zur Sektorkopplung.
 
So beschreibt Martin Ridder, Bereichsleiter Vertrieb bei der GASAG AG, wie mithilfe von Data Analytics die Bedürfnisse der Kunden antizipiert werden und die passenden Angebote zur richtigen Zeit gemacht werden können.
"Daten zu erheben lohnt sich nur, wenn diese auch richtig ausgewertet und genutzt werden", erklärt Peter Herbert Meiser, Abteilungsleiter Wind Cert Services bei der TÜV SÜD Industrie Service GmbH. Wie dies mithilfe einer neuen App für die Windenergie gelingt, finden Sie ebenso in dieser emw-Ausgabe.
 
Neben vielen weiteren spannenden Artikeln finden Sie außerdem exklusive Interviews mit Wolfgang Anzengruber, Vorstandsvorsitzender Verbund AG, sowie mit Peter Reitz, Vorstand der größten europäischen Strombörse EEX.
Die vernetzte Stadt
Das Energiesystem steht vor einer Weiche: Steuern wir auf die „All-Electric-World“ zu, in der auch die Sektoren Wärme und Verkehr mit klimafreundlichem Strom laufen? Oder entwickelt sich die Gas-Infrastruktur zum zweiten Rückgrat der Energiewende? Die dafür notwendige Technologie Power-to-Gas ist verfügbar, aber schafft sie es auch in den Markt? Darüber diskutieren FNB-Gas-Vorstandsvorsitzender Ralph Bahke, Jochen Homann von der Bundesnetzagentur, Lex Hartman von Tennet, Agora-Energiewende-Direktor Dr. Patrick Graichen und Dr. Peter Röttgen vom Bundesverband Erneuerbare Energie im emw-Round-Table.

Was im Straßenverkehr in der Debatte steht, ist beim Schienenverkehr bereits entschieden: Dr. Hans-Jürgen Witschke, Vorsitzender der Geschäftsführung der DB Energie, haben wir über die Vergrünung des Bahnstroms interviewt – und über den Einstieg der Bahn in den Vertrieb von Strom an Endkunden. Ein weiterer neuer Player im Strom- und Wärmemarkt ist die Wohnungswirtschaft. Mit Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, haben wir im Rahmen unseres Schwerpunkts „Die vernetzte Stadt“ gesprochen.