Standpunkt Christian Seelos, energate Chefredakteur

Der unverhoffte Digitalisierungsschub.

Jeder Krise wohnt eine Chance inne! Es fällt schwer, der aktuellen Coronakrise Positives abzugewinnen. Aller Lockerungen zum Trotz sollte jedem bewusst sein, dass wir erst am Anfang einer Entwicklung stehen, wie wir sie schon seit vielen Jahrzehnten nicht mehr erleben mussten. Mit schwerwiegenden Folgen für den wirtschaftlichen Erfolg und das soziale Miteinander im Land. Dennoch gibt es (im Kleinen) auch Aspekte, von denen wir längerfristig profitieren könnten.

So war im Energiesektor schon lange vor der Coronakrise die Rede von der fortschreitenden Digitalisierung. Allerdings erfahren die meisten Unternehmen erst jetzt so richtig, was mit digitalen Technologien tatsächlich leistbar ist. Je nach Unternehmensgröße sind Dutzende, Hunderte oder sogar Tausende Mitarbeiter im Home-Office. Lange Anreisen zu Meetings und Konferenzen entfallen. Stattdessen gehören Microsoft Teams, Zoom, Slack oder Discord plötzlich und unverhofft zum Arbeitsalltag.

In einer Umfrage von energate gaben 80 Prozent der Befragten an, dass die Energieunternehmen nach der Krise digitaler sein werden als vorher. Die Erfahrung zeigt: Es funktioniert und auch Skeptiker sehen plötzlich die Vorteile der Digitalisierung. Klar, es hapert weiterhin an vielen Stellen. Nicht von ungefähr stellte die Beratungsgesellschaft EY der Digitalisierung der Energiewende jüngst ein - milde formuliert - äußerst bescheidenes Zeugnis aus. Von 100 möglichen Punkten kam sie gerade einmal auf 36. Luft nach oben ist also noch reichlich vorhanden.

Positive Beispiele gibt es aber vielerorts, wie auch diese Ausgabe von e|m|w.trends in ihrem Schwerpunkt aufzeigt. Der unverhoffte Schub durch die Coronakrise könnte dafür sorgen, dass sich die Anzahl solcher positiven Beispiele in absehbarer Zeit deutlich vervielfacht. Das ist zumindest ein kleiner Hoffnungsschimmer in dieser sonst eher tristen Zeit.

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