"Das Konzept ist eine vertane Chance"

Markt & Technik  /  Daniel Hölder, Clean Energy Sourcing, Leipzig

Das Bundeswirtschaftsministerium will mit der EEG-Novelle ein neues System zur regionalen Grünstromkennzeichnung einführen. So sollen Stromversorger ihren Kunden künftig konkrete Anlagen in ihrer Region benennen, aus denen sie direkt vermarkteten Grünstrom beziehen. Daniel Hölder, Leiter Politik des Energiedienstleisters Clean Energy Sourcing, hält diesen Ansatz indes für wirkungslos. Für eine Belieferung mit echtem Ökostrom eigne sich das Modell nicht, schreibt er in seinem Gastbeitrag für e21.digital:

"Aus unserer Sicht eröffnet das vorgeschlagene Modell zur Grünstromkennzeichnung für Stromversorger keine Möglichkeit für eine echte Grünstrom-Belieferung. Was konkret passieren würde, wäre lediglich die Umetikettierung eines Kuchenstücks des ohnehin schon in der Stromkennzeichnung vorhandenen EEG-Stroms. Ausschließlich dieses Kuchenstück sollen Stromversorger als „regional“ kennzeichnen können. Das nützt keinem Versorger. Und auch die Anlagenbetreiber würden nicht profitieren, denn es ist laut Eckpunktepapier zudem geplant, dass bei einer regionalen Kennzeichnung die Vergütung des Stroms über das EEG sinken soll. Das würde zu Mehrkosten für den Versorger und am Ende für den Stromkunden führen.

Der Kunde läuft außerdem Gefahr, getäuscht zu werden. Denn mithilfe eines „amtlichen Siegels“ wird ein Mehrwert suggeriert, der nicht vorhanden ist. Durch den Kauf von regionalem Strom würde der Kunde weder die Anlagen vor Ort, noch die Marktintegration der Erneuerbaren fördern. Vielmehr würde er für einen grünen Anteil des Stroms bezahlen, für den er über die EEG-Umlage schon gezahlt hat. Der Kunde zahlt also doppelt..."

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