"Der Speichermarkt wird die Politik überholen."

Markt & Technik  /  Interview mit Andreas Gutsch, Geschäftsführer Solarwatt Innovation

Andreas Gutsch leitet die Speicheraktivitäten des Fotovoltaikherstellers Solarwatt. Mit e21.digital sprach er über die Entwicklung des hiesigen Speichermarktes, die Chancen für eine deutsche Zellfertigung und die zögerliche Haltung der Politik bei der Marktintegration von Energiespeichern.

e21.digital
Herr Gutsch: Der hiesige Markt für Batteriespeicher, insbesondere für Heimspeicher, hat sich zuletzt rasant entwickelt. Hat sie diese Entwicklung überrascht?

Gutsch
Für mich kommt diese Entwicklung nicht überraschend, ich habe sie vielmehr kommen sehen. Die Haupttriebkraft für die Entwicklung von Lithium-Ionen-Zellen kommt ja aus der Automobilindustrie. Die Autobauer haben die Hersteller von Lithium-Ionen-Batteriezellen dazu animiert, Produktionskapazitäten auszubauen - in der Erwartung, dass sich Elektromobilität durchsetzen wird. Als die Elektromobilität hinter den Absatzerwartungen zurückblieb und die Zellfabriken nicht ausgelastet waren, haben die Hersteller von Batteriezellen einen anderen Absatzkanal gesucht und die Zellpreise zugunsten der Hersteller von stationären Batteriespeicher auf das Niveau wie für die Automobilproduktion gesenkt. Damit ging ein Ruck durch die weltweite Lithium-Ionen-Community, denn ursprünglich waren Lithium-Ionen-Zellen in kleineren Mengen relativ teuer.

In Deutschland hat der Markt für stationäre Speicher den Markt für Elektroauto-Speicher vom Volumen her überholt. Denn der stationäre Speicher hat gegenüber dem Elektromobil ja einen charmanten Vorteil: er ist im Zusammenspiel mit einer Solaranlage heute schon wirtschaftlich. Das Elektrofahrzeug hingegen kann wirtschaftlich gegenüber Modellen mit Verbrennungsmotor nicht mithalten und hat zudem ein Reichweitenproblem...

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