Aus der energate Gasmarkt 02|20
DE - Editorial Dr. Heiko Lohmann

Gastransport aus Russland

Am meisten beeindruckt hat mich im Januar die Diskussion über die Wirkungen der zukünftigen CO2-Preise in den Nicht- ETS-Sektoren Wärme und Verkehr. Wie Sie wissen, wurde kurz vor Weihnachten im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat vereinbart, den Einstiegspreis auf 25 Euro/t anzuheben. Offen gestanden, ich selbst habe über die Auswirkungen gar nicht nachgedacht. Vermutlich haben mich Themen wie Nord Stream 2 und der Ukrainetransit zu sehr beschäftigt. Aber Anfang Januar fragten mich erste Gesprächspartner, ob ich mir schon einmal darüber Gedanken gemacht habe, was 25 Euro/t für den Gaspreis bedeuten. Hatte ich nicht; es sind 4,50 Euro/MWh. Und dies ist nur der Einstiegspreis. Die CO2-Bepreisung wird vermutlich Auswirkungen haben, die 4,50 Euro/MWh liegen oberhalb der Wahrnehmungsschwelle. Berater, die ich ganz gut kenne, wollten mir aber keine Zahlen zu konkreten möglichen Auswirkungen auf die Wahl von Heizungssystemen nennen. Verständlicher Grund ist der schnöde Mammon. Mit solchen Analysen kann man zurzeit Geld verdienen, vor allem wenn man noch die Wirkungen der neuen Fördermaßnahmen für Heizungssysteme mitanalysiert. Geld verdienen sollen die Berater, ich habe in dieser Ausgabe die Grundlagen der neuen Rahmenbedingungen zusammengefasst.

Ein Thema, das etwas abseitig wirkt, liegt mir am Herzen. Die Österreicher haben zum 01. Januar eine freiwillige Herkunftskennzeichnung für Gas eingeführt. Ich halte dies für spannend, weil Herkunftsnachweise und Handelszertifikate dafür entscheidend sein werden, ob sich ein Markt für grüne/blaue Gase und Wasserstoff entwickeln kann. Österreich hat jetzt einen Aufschlag gemacht, wichtig erscheinen mir Arbeiten an einer europäischen Harmonisierung, die auch begonnen wurden.

Ansonsten war im Januar der Handelsblatt-Energiegipfel. Viele Geschäftsführer und Vorstände der Branche waren da, bahnbrechend neue Erkenntnisse gab es nicht. Als erschreckend schwach wurde vielfach die Rede von Wirtschaftsminister Peter Altmaier empfunden. Auch dazu mehr in dieser Ausgabe.

Zum Schluss noch in eigener Sache. Im Februar ist nicht nur die E-world, ich gönne mir auch noch eine Woche Skifahren. Deshalb erscheint die kommende Ausgabe einige Tage später. Das war auch – unbeabsichtigt – bei der letzten Ausgabe so. Dafür kann ich mich nur entschuldigen, es gab technische Probleme.

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